"VHS-Tele-Uni"
Die VHS-Tele-Uni" ist wieder da! Im kommenden Semester bieten wir die Reihe "Historische Epochen" bestehend aus acht Vorlesungen in unserem VHS-Seminarraum 1 an:
Antike I ( 2./1. Jahrhundert v. Chr.):
Griechenland - erste Hochkultur Europas
Staatsformen und Kulturgeschichte
Die antiken Griechen stehen am Anfang der europäischen Geschichte. Sie entfalteten die erste Hochkultur, dominierten in Kunst, Literatur und Architektur und erfanden die erste Demokratie der Weltgeschichte. Woher aber kam dieses beeindruckende
Potenzial? Die Vorlesung vermittelt die wichtigsten Gründe und liefert zudem einen kompakten Überblick über die bedeutendsten Phasen der griechischen Geschichte von den minoischen Kretern bis zu Alexander dem Großen.
Mittwoch, 7. März 2012, 19:00-20:30 Uhr
Prof. Dr. Holger Sonnabend, Universität Stuttgart
Antike II (1. Jahrhundert v. Chr. / 1. Jahrhundert n. Chr.):
Imperium Romanum
Weltmacht zwischen Republik, Kaiserzeit und christlicher Spätantike
Das riesige Imperium Romanum erstreckt sich in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends n. Chr. über die gesamte Mittelmeerwelt und die angrenzenden Regionen. Es prägte Geschichte und Kultur der von ihm beherrschten, beeinflussten und der ihm
folgenden Staaten und Völker. Der Vortrag beleuchtet im ersten Teil in einem kompakten Überblick Politik und Herrschaftsverhältnisse vom Ende der Republik über die Monarchie bis zu den christlichen Kaisern Roms. Im zweiten Teil werden
Aspekte der römischen Kulturgeschichte, Leben in Stadt und Land, Religion, Kunst und Bildung anhand von Exponaten aus dem reichen Bestand des Rheinischen Landesmuseums Trier veranschaulicht. Besonderes Augenmerk gilt jeweils den Beziehungen Roms zu
Galliern und Germanen.
Mittwoch, 21. März 2012, 19:00-20:30 Uhr, Dr. Frank Unruh, Rheinisches Landesmuseum Trier
Mittelalter I (10./13.Jahrhundert):
Die Entstehung Europas
Reich und Kirche im Hohen Mittelalter
Europa, wie wir es heute nennen, ist erst ein neuzeitliches Konzept. Das Mittelalter spricht lieber von der Christenheit und auch dieses christlich geprägte Europa hat seine Wurzeln in der Antike. Dennoch ist unsere Vorstellung von Europa im
Mittelalter entstanden: Seine politische und wirtschaftliche Geographie, seine in der Auseinandersetzung zwischen Glaube und Wissenschaft entwickelte Geistigkeit, wichtige Institutionen von den Gerichtshöfen bis zu den Universitäten, die
Gestaltung des öffentlichen Lebens durch das Recht. Aber auch vieles, was unser gesellschaftliches Leben und unsere Mentalität bis heute bestimmt, stammt aus dem Mittelalter. Dazu gehört wesentlich der Konflikt zwischen Reich und Kirche,
Kaiser und Papst, weltlicher und geistlicher Macht, der ein mächtiger Motor der Entwicklung war. Dabei war das Mittelalter weniger geschlossen als weithin vermutet. Der Islam begleitet es von Anfang an - konfliktreich aber auch ungemein
befruchtend.
Mittwoch, 4. April 2012, 19:00-20:30 Uhr
Dr. Rainer Jehl, Direktor i. R., Bildungszentrum Kloster Irsee
Mittelalter II (13./15. Jahrhundert):
Aufbruch in die Neuzeit
Städte und Territorien im Hohen und Späten Mittelalter
Der Vortrag beleuchtet zunächst die bedeutende Phase der Stadtentwicklungen seit dem 12. und 13. Jahrhundert mit ihren vielfältigen kulturgeschichtlichen Erscheinungs- und Wirtschaftsformen. Dagegen versuchten die entstehenden Territorien im
späten Mittelalter durch Bündelung von Herrschaftsrechten größere regionale Einheiten zu schaffen. Die Entwicklungen und Veränderungen beider Erscheinungen, Territorien und Städte, sind fundamentale Wirkungsfelder der
historischen Forschung zum Hohen und Späten Mittelalter.
Mittwoch, 18. April 2012, 19:00-20:30 Uhr
Dr. Erwin Frauenknecht,Universität Tübingen
Neuzeit I (15./17. Jahrhundert):
Glaube und Macht
Reformation und Dreißigjähriger Krieg
Renaissance und Humanismus führten um 1500 zu einem durch die Reformation noch beförderten geistig-kulturellen Aufbruch. Traditionale Ordnungen wurden umgewälzt, es wurde um eine Neuordnung des religiösen, politischen und sozialen
Lebens gerungen. Der Augsburger Religionsfrieden konnte die Konfessionskonflikte im Reich nicht dauerhaft befrieden. Es kam zum 30-jährigen Krieg, der sich vom Religionskrieg zum europäischen Mächtekrieg ausweitete.
In der Vorlesung sollen die wesentlichen Stationen der Reformationsgeschichte und die daraus resultierende Interpretation des Reformationsgeschehens verdeutlicht werden. Diese elementaren Glaubens- und Machtfragen gipfeln schließlich in einem
Konflikt von europäischer Dimension, obwohl sich die Zerstörungen und Verwüstungen des 30-jährigen Krieges (1618-48) hauptsächlich auf deutschem Boden abspielten. Den Endpunkt der Betrachtungen bildet der Westfälische
Friedensschluss, der die im Zuge der Reformation entstandenen konfessionellen Territorialstaaten in ihrer Existenz bestätigte und wichtige Impulse für die völkerrechtliche Neuordnung Europas gab.
Mittwoch, 2. Mai 2012, 19:00-20:30 Uhr
Prof. Dr. Sabine Holtz, Universität Tübingen
Neuzeit II (17./18. Jahrhundert):
Vom Zusammenhang zwischen Absolutismus und Aufklärung im 17./18 Jahrhundert
Die Aufklärung ist jene Epoche der europäischen Geschichte, aus der oder in der sich die Moderne entwickelt hat - mit all ihren Chancen und Risiken. Die Ideale "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" und andere sind nicht aus dem
politischen, sozialen oder kulturellen Nichts entstanden: Die Aufklärung ist in gewisser Hinsicht die Fortsetzung des Absolutismus mit anderen, teilweise ähnlichen Mitteln. Einen vernünftigen Staat zu bilden, hat schließlich auch der
französische "Sonnenkönig" Louis XIV. für sich beansprucht. Warum dieser Staat dennoch anders aussah und sich anders präsentierte als die Staaten des sogenannten "Aufgeklärten Absolutismus" (König Friedrichs II. von
Preußen, Kaiser Josephs II. von Österreich) oder der "Vernunftstaat" der Französischen Revolution, möchte diese Vorlesung nachvollziehen. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem den mannigfachen Zusammenhängen zwischen
politischen Interessen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen sowie geistes- und kulturgeschichtlichen Erneuerungsströmungen. Denn gerade der entschiedene Willen zur Veränderung war es womöglich, der die Aufklärung
erst vom Absolutismus unterschieden und zur historischen Grundlage unserer heutigen Welt gemacht hat.
Mittwoch, 16. Mai 2012, 19:00-20:30 Uhr
Dr. Georg Eckert, Universität Wuppertal
Moderne (19./20. Jahrhundert):
Nur eine Zwischenstufe auf dem Weg nach Europa?
Der europäische Nationalstaat im "langen 19. Jahrhundert"
Nationsbildung und Nationalstaatswerdung gehörten seit Ausbruch der Französischen Revolution für mehr als einhundert Jahre zu den zentralen Prozessen europäischer Geschichte. Unter Berücksichtigung sowohl politik- als auch
sozial- und kulturgeschichtlicher Aspekte sollen diese Prozesse, die in West-, Mittel- und Osteuropa höchst unterschiedlich verlaufen sind, in der Vorlesung beschrieben und miteinander verglichen werden. Besonderes Interesse gilt dabei den
Entwicklungen in Frankreich, Deutschland und den multiethnischen Reichen Ost- und Südosteuropas. Gleichzeitig sollen auch solche Phänomene Berücksichtigung finden, die den Nationalismus radikalisierten und überformten (wie Rassismus
und Imperialismus), wenn nicht sogar in Frage stellten (Internationalismus). Abschließend wird nach dem Stellenwert des Nationalstaates im Kontext des europäischen Einigungsprozesses gefragt.
Mittwoch, 6. Juni 2012, 19:00-20:30 Uhr
PD Dr. Armin Owzar, Universität Freiburg
Zeitgeschichte (20./21. Jahrhundert):
Deutschland, Europa und die Welt
Die Globalgeschichte im 20. und 21. Jahrhundert
Die Vorlesung führt in die Politik- und Kulturgeschichte der europäischen Moderne mit transnationalen Perspektiven ein. Die Betrachtungen tragen u. a. den Prozessen der Europäisierung, der Globalisierung und der transnationalen
Kulturtransfers Rechnung und stehen im Gegensatz zur herkömmlichen europazentrierten Sicht der Weltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei stehen sozial- und wirtschaftshistorische Phänomene und Fragen im Zentrum des Interesses: Die
Mobilität und Zirkulation von Menschen, Waren und Medien, aber auch von Ideen und Macht. Es geht um die Analyse weltweiter Prozesse und Verflechtungen im 20. und 21. Jahrhundert.
Mittwoch, 20. Juni 2012, 19:00-20:30 Uhr
Dr. Norman Dopmeier, Universität Stuttgart
Organisatorische Leitung: Bernd Wilder / 8 Abende / Mittwoch 19.00-20:30 Uhr / VHS am Obertor, Seminarraum 1 (nur als Gesamtpaket buchbar) / 56,00 Euro / Ab 12 Teilnehmern, bei geringerer Teilnehmerzahl höhere Gebühr / Anmeldung unbedingt
erforderlich!
Ort: Mosbach
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